Montag, 23. November 2015

7 Tage / 7 Songs

Huch, zwei Tage Zwangspause, ich bin untröstlich. Dabei wirds jetzt so richtig gutelaunig. Der November hält ja endlich was er verspricht und verteilt nasses grau an den Häusernwänden und in den Gesichtern der Menschen. Nicht schön. Dagegen muss etwas getan werden und dieses etwas folgt nun.

Die Band, um die es heute geht, entdeckte ich ebenfalls an einem grau-schnöden Tag. Es war das Jahr 2009, ich lebte in Köln und hatte zum Geburtstag einen Saturn-Gutschein geschenkt bekommen. Klingt jetzt vielleicht erstmal nach einem tendenziell semi-guten weil uneinfallsreichen Geschenk, wer aber den Saturn am Kölner Hansaring kennt, weiß, dass das für jemanden wie die olle Ally ein wirklich verdammt gutes Präsent ist. Allen anderen sei gesagt, dort am Hansaring fand Herr und Frau Musikliebhaber wirklich alles, schließlich handelte es sich um die größte Musikauswahl Europas. Platten und CDs verteilt auf drei Stockwerken. Das Paradies kann einfach nicht schöner sein. Ich stromerte gern durch die langen Reihen feinster, sortierter Tonträger und es gehörte zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, mich zwischen der Musik selbst zu verlieren.

An eben jenem Tag machte mich ein schlichtes aber dennoch melancholisch-beängstigendes Cover stutzig. A Life A Song A Cigarette! In feinen, zierlichen Buchstaben, ganz nüchtern weiß auf schwarz, gedruckt, standen diese Worte unschuldig vor mir. Das war der beste Bandname aller Zeiten. Damit war alles gesagt. Ich schnappte mir die CD, hielt den Barcode unter eine der Hörstationen und tauchte ein in die unfassbare Welt von "Black Air". Die CD wurde gekauft und noch am selben Tag "gechecked" ob und wann man diese Band live erleben könne. Aber es wollte nicht klappen. Das letzte Semester, die Bachelorarbeit standen bevor und diesmal konnte mich niemand in die Tiefen Österreichs begleiten. So kam es, dass das Leben sich überschlug, die Liebe zu dieser Musik, allen voran zum Lied "Truth" auf Eis gelegt wurde. 2013 war es dann soweit. ALASAC kamen nach Deutschland und fortan war die Welt wieder erfüllt mit der Stimme Stephan Stanzels, welcher ich einfach nur für die Ewigkeit zuhören könnte.
Ich glaube, ich habe in Sachen ALASAC schon jedes nur mögliche Kompliment niedergeschrieben, das bekannt ist, habe die Bibel umgeschrieben, bin nach Bielefeld gefahren und versprach Altäre zu zimmern. Im Januar erscheint ihr viertes Studioalbum und vermutlich bleibt mir an Steigerungsmöglichkeiten nur noch die Forderung nach der sofortigen Heiligsprechung oder das Erfinden einer völlig neuen Sprache um folgerichtig auch neue Komplimente ins Leben zu rufen. Wir werden sehen.
Jetzt jedenfalls kommt ein Song, den ich erst durch die Konzerte so richtig entdeckt und lieben gelernt habe. Und er macht mich glücklich, über alle Maßen glücklich, wann immer ich ihn höre. Außerdem ist er bezeichnend für weite Teile meiner Leipzig-Zeit. Vorhang auf für das Erstlingswerk der Wiener: Fresh Kills Landfill!



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