Sonntag, 7. Februar 2016

A Life A Song A Cigarette - All That Glitters Is Not Gold

O hell, what have we here?
[...] “All that glisters is not gold"
                    - Shakespeare - 

So stand er da, der Kaufmann von Venedig, überglücklich - in den Händen haltend, das viele hundert Jahre später erscheinende (erschienene? erschiente?), vierte Album der künstlerischen Interessengemeinschaft A Life A Song A Cigarette - oder so ähnlich, wenn man das Abitur nur auf dem zweiten Bildungsweg erhalten hat, muss man gewisse Lücken mit Kreativität füllen. Um aber unbeirrt mit Fakten zu beginnen, der Titel des Langspielers ist tatsächlich an Shakespeares zur Redewendung gewordene Zeilen angelehnt. Nicht alles was glänzt, ist auch Gold. Ein Titel zwischen Untertreibung und geschickter Schelmerei.
  


Da ist es also. Das vierte Kapitel einer 10-jährigen Bandgeschichte. Nach Fresh Kills Landfill, Black Air und Tideland - die alle mehr oder weniger in ähnliche Genre gepresst wurden und dennoch von stetiger stilistischer Veränderung zeugten - geht die Band um Sänger Stephan Stanzel ein weiteres Mal neue Wege. Immer noch kann man das Americana oder Folk nennen, wenn man nur das Wörtchen Indie davor setzt, gilt eh beinahe alles. Vielleicht wird es aber auch einfach Zeit für das offizielle Genre "ALASAC".

Freitag, 8. Januar 2016

Auf die Tage, die nicht wiederkommen! Auf die Kleider, die nicht mehr passen!



2015, du verrücktes Huhn, bist Vergangenheit. So schrecklich und schön wie du war schon lang kein Jahr mehr. Es gibt viel zu sagen, und alles ist bereits gesagt, geschrieben und gesungen worden. Willkommen im ewig gleichen Gewirr aus Liebe, Hass, Banalität und Sensation. So viel ich zu sagen hätte, immer wenn die Kölner Band "Locas In Love" ein Album veröffentlicht hat, habe ich das Gefühl, nichts mehr hinzufügen zu können (oder noch besser, nicht zu müssen). Und das mach ich jetzt auch [.....]

Ich werde ein Lied für alle schreiben, ein Loblied auf die Wahrheit,
auf die Ehrlichkeit, auf die Aufrichtigkeit, auf die Klarheit,
auf die Freundschaft, auf den Rausch, auf das Erwachen
und Runterkommen und auf alle Morgen danach.

Ich werde ein Lied für alle schreiben, ein Loblied auf die Wahrheit,
auf die Ehrlichkeit, auf die Aufrichtigkeit, auf die Klarheit,
auf die Vergangenheit, die Zukunft, auf den Moment,
aufs Erinnern und Vergessen, aufs Verzeihen und Versuchen,
auf die Freundschaft, auf die Entfremdung, auf die Faulheit und das Vergnügen,
auf jedes weitere Mal, wenn wir es schaffen uns nichts vorzulügen.

Auf die Tage, die nicht wiederkommen, auf die Kleider, die nicht mehr passen,
auf jedes weitere Mal, das wir scheitern, einfach nur weil wir unsere Grenzen haben, aber immerhin immer weiter versuchen, sie zu überschreiten,
irgendwann werde ich ein Loblied auf all das schreiben.

Ich werde ein Lied für alle schreiben, ein Loblied auf die Wahrheit,
auf die Ehrlichkeit, auf die Aufrichtigkeit, auf die Klarheit.
Auf alles, was es vor uns gab, auf alles, was nach uns kommt,
auf alle, die wir kennen und alle, die noch nicht,
auf alle, die wir vergaßen und alle, die uns vergessen werden,
ich werde ein Lied für alle schreiben. Für einfach jeden.

Auf die Tage, die nicht wiederkommen, auf die Kleider, die nicht mehr passen,
auf jedes weitere mal, das wir scheitern, einfach nur weil wir unsere Grenzen haben, aber immerhin immer weiter versuchen, sie zu überschreiten,
irgendwann werde ich ein Loblied auf all das schreiben.
Und ganz besonders für dich, ob du willst oder nicht.
Obwohl, wenn du nicht willst, dann nicht, man bekommt ohnehin schon zu vieles aufgedrängt.
Auf die Faulheit, auf die Freiheit, auf alles, an was du gerade jetzt denkst: ________________.

Auf die Tage, die nicht wiederkommen, auf die Kleider, die nicht mehr passen,
auf jedes weitere mal, das wir scheitern, einfach nur weil wir unsere Grenzen haben, aber immerhin immer weiter versuchen, sie zu überschreiten,
irgendwann werde ich ein Loblied auf all das schreiben.
Irgendwann – oder jetzt gleich.






Neuentdeckt:

Bear's Den, Motorama, Mo Kenney, Sizzar, Luca Sapio


Wiederentdeckt:

Kodaline, London Grammar, Haim, Me And My Drummer


Geht immer:

Mile Me Deaf, A Life A Song A Cigarette, The Migrant, Locas In Love


Lieblingsplatte:

Nowhere Train - Tape
Locas In Love - Kalender

 
Lieblingskonzert:

Lasse Matthiessen @ Soho Stage Augsburg
Benni Benson Wohnzimmerkonzert


Vorsätze 2016:

Mehr Platten, mehr Konzerte, mehr Bücher


Motto 2016:

Fall in love with as many things as possible.


Ach und Leipzig, du gelobtes Kleinparis, mach's gut, wir sehen uns wieder. Und an euch, ihr, die ihr da wart in all den Jahren, lasst es euch gut gehen.

Mittwoch, 25. November 2015

7 Tage / 7 Songs

Das war es schon wieder. Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus!
Und heute, mache ich es ausnahmsweise mal kurz. Allein deshalb, weil diese Band und dieser Song mit Worten nicht erklärt oder erfasst werden können. Goethe rieselte einst der Satz aus den Fingern: "Wenn Ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen". Ja, Panik, dass ist die Band, die mir zu Herzen geht. Das sind die Burschen, die alles verändert haben und mich auf fünf Alben durchs Leben geführt haben. An deren Texten und musikalischen Veränderungen auch ich mein Heranwachsen betrachten konnte. Die Wut, die Unbedingtheit, die Dummheit der Jugend. Die Erkenntnisse, die Konsequenzen. Aus einer anderen Perspektive, freilich. 
Das letzte Lied, es wird nie zu Ende sein. So seltsam unscheinbar es sich anschleicht, so unaufhörlich wirkt es weiter. Es ist das Lied einer Generation, das Lied des Jahrzehnts. Es ist ein Gefühl, welches manche unweigerlich und manche nie empfinden können. Es ist Erkenntnis, Zerrissenheit, Depression und Exzess. Es ist DMD KIU LIDT!

Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit!





Montag, 23. November 2015

7 Tage / 7 Songs

Huch, zwei Tage Zwangspause, ich bin untröstlich. Dabei wirds jetzt so richtig gutelaunig. Der November hält ja endlich was er verspricht und verteilt nasses grau an den Häusernwänden und in den Gesichtern der Menschen. Nicht schön. Dagegen muss etwas getan werden und dieses etwas folgt nun.

Die Band, um die es heute geht, entdeckte ich ebenfalls an einem grau-schnöden Tag. Es war das Jahr 2009, ich lebte in Köln und hatte zum Geburtstag einen Saturn-Gutschein geschenkt bekommen. Klingt jetzt vielleicht erstmal nach einem tendenziell semi-guten weil uneinfallsreichen Geschenk, wer aber den Saturn am Kölner Hansaring kennt, weiß, dass das für jemanden wie die olle Ally ein wirklich verdammt gutes Präsent ist. Allen anderen sei gesagt, dort am Hansaring fand Herr und Frau Musikliebhaber wirklich alles, schließlich handelte es sich um die größte Musikauswahl Europas. Platten und CDs verteilt auf drei Stockwerken. Das Paradies kann einfach nicht schöner sein. Ich stromerte gern durch die langen Reihen feinster, sortierter Tonträger und es gehörte zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, mich zwischen der Musik selbst zu verlieren.

An eben jenem Tag machte mich ein schlichtes aber dennoch melancholisch-beängstigendes Cover stutzig. A Life A Song A Cigarette! In feinen, zierlichen Buchstaben, ganz nüchtern weiß auf schwarz, gedruckt, standen diese Worte unschuldig vor mir. Das war der beste Bandname aller Zeiten. Damit war alles gesagt. Ich schnappte mir die CD, hielt den Barcode unter eine der Hörstationen und tauchte ein in die unfassbare Welt von "Black Air". Die CD wurde gekauft und noch am selben Tag "gechecked" ob und wann man diese Band live erleben könne. Aber es wollte nicht klappen. Das letzte Semester, die Bachelorarbeit standen bevor und diesmal konnte mich niemand in die Tiefen Österreichs begleiten. So kam es, dass das Leben sich überschlug, die Liebe zu dieser Musik, allen voran zum Lied "Truth" auf Eis gelegt wurde. 2013 war es dann soweit. ALASAC kamen nach Deutschland und fortan war die Welt wieder erfüllt mit der Stimme Stephan Stanzels, welcher ich einfach nur für die Ewigkeit zuhören könnte.
Ich glaube, ich habe in Sachen ALASAC schon jedes nur mögliche Kompliment niedergeschrieben, das bekannt ist, habe die Bibel umgeschrieben, bin nach Bielefeld gefahren und versprach Altäre zu zimmern. Im Januar erscheint ihr viertes Studioalbum und vermutlich bleibt mir an Steigerungsmöglichkeiten nur noch die Forderung nach der sofortigen Heiligsprechung oder das Erfinden einer völlig neuen Sprache um folgerichtig auch neue Komplimente ins Leben zu rufen. Wir werden sehen.
Jetzt jedenfalls kommt ein Song, den ich erst durch die Konzerte so richtig entdeckt und lieben gelernt habe. Und er macht mich glücklich, über alle Maßen glücklich, wann immer ich ihn höre. Außerdem ist er bezeichnend für weite Teile meiner Leipzig-Zeit. Vorhang auf für das Erstlingswerk der Wiener: Fresh Kills Landfill!



Samstag, 21. November 2015

7 Tage / 7 Songs

Es ist bereits spät! Doch Teil fünf der Mini-Serie birgt eines, wenn nicht sogar DAS beste je in deutscher Sprache verfasste Stück Musik, das mir bekannt ist.
Der Chronologie meines Lebens folgend, widmet sich das 5/7 der intensiven Zeit in Berlin. Ich war gerade aus Wien zurück, einer unrühmlichen Passage und die für mich eindringlichste Art von Tiefpunkt. Ich lernte die Liebe, diese Stadt und mich selbst so sehr hassen, dass ich vieles für verloren hielt. Doch ließen neue Wege und die dazu passenden Menschen nicht lange auf sich warten. Ich zog nach Leipzig, erholte mich. In dieser Zeit des Neubeginns war es eine handvoll Herrschaften (und eine Turmbewohnerin), die mich der Hauptstadt und mir selbst wieder näher brachten. So oft ich auch nach Berlin fuhr, ich werde niemals oft genug da gewesen sein. Untrennbar damit verbunden, mit dieser tiefempfunden freundschaftlichen Liebe, sind zwei Lieder. Ganz besonders und beängstigend wegweisend, war eine S-Bahn-Fahrt durchs großstadtbelichterte Berlin. Draußen huschte Kreuzberg an uns vorbei, drinnen herrschte ein regsames Begängnis und in unseren Ohren hallten Frank Spilkers Wort beschwörerisch:

Nicht grad die schönste Zeit um zu verschwinden doch
gut zu wissen dass man Schutz finden kann irgendwo

Ich hab nichts von Veränderung gemerkt 

hab nur gehört dass es kracht
wenn man die Augen wieder aufmacht
ist es Nacht oder was gibts hier zu sehen
ich kann alles verstehen
wie lang soll ich bleiben?

Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird
Das bisschen besser wär das Warten nicht wert
Das war es! Es war so einfach und plötzlich war der Schritt vom Erkennen hin zur Erkenntnis getan. Das Tal war durchschritten, es war Zeit nach oben zu krabbeln und die volle Breitseite Berlinleben einzuatmen. Doch hat es dieser unvergessliche Moment, dessen Gefühl sich bis heute irgendwo tief im Allyherz hält, nur auf Platz zwei der wichtigsten Lieder dieser Lebensphase geschafft.
Denn gegen Ende November, wenn die Zeitumstellung noch in den Knochen steckt und sich unter den Augen in Form tiefer Krater und Falten abzeichnet, gilt es sich an das zu erinnern und zu schaffen, was für mich von damals an für zwei wundervolle Jahre galt: die Hoffnung und die Angst verlieren. Auf jene warmen Abende, die uns die Feuchte unserer Haut unseren Atem spüren ließen.

Genießt mit mir die Band Kante und das Überwerk "Warmer Abend". Ich für meinen Teil, ganz egal wo ich bin, sitze für die Dauer von nicht ganz vier Minuten auf einem Balkon, nahe des Kino International und Blicke auf den Alex, während die Glut meiner Zigarette herrliche Tänze aufführt. Ich bin mit ihm und mit ihr, wir sind viele und wir sind nichts weiter als da. Ohne Erwartung oder Anspruch. Und alles ist perfekt. (Für Aniko und Thomas und all die anderen)




Kante - Warmer Abend von ElishaVic

Freitag, 20. November 2015

7 Tage / 7 Songs

Halbzeit, Ladies und Gentleman, aber nicht im Sinne einer Pause, hier geht es munter weiter. Mathematikler und Rechengenies aufgemerkt, dass 4/7 geht an 2/3 der Lauschrausch-Familie. Was macht das? Richtig, das ergibt ein neues musikalisches Highlight. 

Gestern habt ihr ja erfahren, dass Anajo der Auslöser für meine Konzertsucht war. Wie mir beim vormichhingrübeln heute auffiel, war es ebenfalls die Zeit, in der sich mein hinterwäldlerischer, von gängigen Radioanstalten abhängiger Musikgeschmack zusehends/zuhörends erweiterte. Abgesehen von einer sehr schweren Hip Hop-Phase, hörte ich da am Rande der Alpen viel SWR3 oder Bayern3 oder eben Papas alte Platten. So weit, so normal. Nun aber fing ich an, in den tiefen dieses Internets, das auf einmal da war, zu störbern. Ich entdeckte Kettcar/Tomte/Element Of Crime für lange Autofahrten und ruhige Momente zu Hause, ließ zu Dancehallrhythem die Füße zappeln und dank der legendären Hörbar im ansonsten so biederen Oberstdorf, entdeckte ich die Art von Musik, die man sonst auf dem österreichischen Alternativ-Radiosender FM4 zu hören bekommt. Das war gut, das war endlich etwas Neues und genau das brauchte ich. Denn es war die Zeit des Aufbruchs. Ich packte mein Leben ins Kartons und verpflanzte mich und eine unverwüstliche Plastikpalme nach Köln. Das Landei in der Ferne, in der großen, unheimlichen Stadt.

Wie das Schicksal es offensichtlich wollte, lernte ich gleich zu Studienbeginn zwei für mich auch heute noch wichtige Menschen kennen. Diese teilten und erweiterten meinen (musikalischen) Horizont stetig. Menschen, die nur durch ein Lächeln, so mitreißend wie es kein Lied zu sein vermag, auch den grausten Tag kurzer Hand in Sonne tunken. Diese Lieblingsmenschen haben drei teils sehr harte und teils unfassbar großartige Jahre zu dem gemacht, was sie meinen Erinnerungen nach sind: ein Glücksfall. Ich habe mich in dieser Zeit sehr verändert. Aus einem schüchternen Mädchen, das sich gern in der Anonymität der Masse versteckt, wurde eine zumindest in viel mehr Fällen souverän wirkende junge Frau. Ich glaube, selbst meine Eltern waren manchmal sehr erstaunt, wer da plötzlich vor ihnen stand.
Ich war auf wirklichwirklichwirklich vielen Konzerten in dieser Zeit, was auch diesen Lieblingsmenschen geschuldet war. Da gab es oft die Frage, essen wir den Monat nochmal was oder kratzen wir das letzte Geld lieber für ein Konzert zusammen. Ich erinnere mich an das allerletzte Konzert der Dirty Pretty Things, die sich während ihrer Tour trennten und irgendwie schafften wir es, noch Karten zu erhalten. Mir ist bis heute schleierhaft, wie dieser Auftritt ohne Schwerverletzte oder eine Panik beendet werden konnte. Das Luxor war total überfüllt und selbst meinen beiden Begleitern war es gegen Ende nicht mehr geheuer. Oder das Florence And The Machine Konzert, im selben Club, vor höchstens 30 Menschen. Ganz großes Kino. Von Amy Winehouse, Miss Li und  Beasteaks bis hin zu den Sportis, Kings Of Leon, Editors und legendären Auftritten der Fotos war alles dabei, was man zwischen 2007 und 2010 so hören musste. Das war natürlich viel Indie, viel Brit-Gedöhns (eine gewisse Adele machte damals gerade von sich reden) und in meinem Fall auch noch mehr deutschsprachige Künstler.

Unfassbar wieviel Musik ich damals entdeckte. Ich verschlang jedes Musikmagazin und war in dieser Zeit in den vielen tollen Musikläden der Stadt unterwegs.
Zwei Alben waren für mich - ja ich weiß es klingt himmelschreiend pathetisch und überzogen - lebensrettend. Ich bekam das "Den Teufel tun" Album von Nils Koppruch geschenkt und zum Ende des ersten Semesters, als ich in einer mittelschweren Krise steckte, waren es immer wieder Nils Worte, die mich aufrichteten, Kraft gaben, auch neuen Antrieb verliehen. Ein Jahr später entdeckte ich in einer meiner zahllosen, durchgemachten Youtube-Nächte, das Lied "Skinny Love". Ich besorgte mir umgehend das dazugehörige Album "For Emma, Forever Ago" und war fortan verliebt in die fragile Musik Bon Ivers. Die langen Zugfahrten zu meinen Eltern, die bittersüßen Momente des heimkehrens, stressige Zeiten oder depressives im-Bett-liegen - Bon Iver half immer und so ist es noch heute.

Die beiden Menschen, von denen eingangs die Rede war, heißen Dirk und Jella und dank beiden fasste ich den Mut zu bloggen. Als Lauschrausch:Kassettendeck hatten wir die
Möglichkeit unser größtes Hobby in Worte zu fassen, konnten nach dem Studium auch über weite Strecken in Kontakt bleiben und freuten uns einfach irreirreirre wenn jemand unsere Texte teilte, mochte oder sich tatsächlich Künstler bei uns für die lieben Worte bedankten. Es scheint Ewigkeiten her und heute fällt es immer schwerer den Kontakt zu erhalten. Aber es klappt. Irgendwie.

Da es leider kaum Lieder in guter Qualität von Nils Koppruchs Erstlingswerk online gibt, entscheide ich mich für 4/7 wie folgt und sende Herzensgrüße ins ewig schöne NRW ;)


Donnerstag, 19. November 2015

7 Tage / 7 Songs

3/7 - Hatte ich gestern meinen Post noch mit der Aussicht auf "coolere" Mucke beendet, so muss ich das heute zwar nicht revidieren aber zumindest auf Freunde himbeersirupartiger, gehörgangverklebender Deutsch-Pop-Klänge reduzieren. Die folgende Band hat mein Leben tatsächlich wesentlich verändert und geprägt. Am verrücktesten jedoch ist, dass alle meine Freunde und viele liebe Menschen, die mich in den letzten 8 Jahren ein Stück des Weges begleitet haben, mit dieser Band untrennbar mit dieser verwoben wurden. Ich war mit jedem meiner Freunde auf einem Konzert dieser Band, einige wurden dank dieser Band überhaupt erst zu Freunden; ich habe die irrsinnigsten Roadtrips möglich gemacht und überhaupt und sowieo: Anajo!


Amerstdam, Mann!
Eigentlich fing alles ganz harmlos, genauer gesagt, mit einem Mixtape an, welches ich einer Freundin mit Liebeskummer zusammenstellte. Auf der Homepage des Bayrischen Rundfunks entdeckte ich einen Download. "Vorhang auf" -  das klang nach Neubeginn, das klang nach es-ist-deine-Bühne-also-rauf-da-und-alles-geben, das klang vor allem sehr mitreißend und sehr ehrlich. Da besagter Freundin tatsächlich dieser Song am besten gefiel, schenkte unsere Mädelsrunde ihr Karten für das Anajo-Konzert in Traunstein, welches genau auf ihren Geburtstag fiel. Von da an, war alles anders. Drei stark angeheiterte Ladies und ich sowie ein Haufen wildgewordener Chiemgauer und die Gebrüder Wendland in Extase. Von diesem Erlebnis aufgeputscht und geradezu süchtig nach dieser Konzert-Euphorie, wusste ich, ich müsste auf viel, viel, viel mehr Konzerte gehen. Und das tat ich von Stund an auch. Es ging dabei nicht nur um die Band oder das Live-Erlebnis an sich. Ich glaube, es ist das unterwegs sein, welches mich dabei immer wieder so glücklich gemacht hat. Mit Freunden im Auto  dem Horizont entgegen. Zigaretten, Musik, Gelächter. Es gab wirklich ziemlich abgefahrene Situationen, von Schneestürmen und Orkanen bis hin zu wirklich, wirklich bekloppten Langstrecken. Die Liste an Städten und Bands ist imens und mir schwirrt der Kopf beim tippen dieser Zeilen, denn die Schwemme an Erinnerungen macht glücklich und melancholisch zu gleich. Gute Zeiten waren das. Doch wer könnte seiner Jugend nachweinen, wenn immer eines gilt: the best is yet to come.



PS: Was lernen wir daraus? Genau! Man sollte viel mehr Mixtapes machen.
PPS: Leider hat Youtube "Vorhang auf" nicht im Angebot, daher ein anderer Klassiker aus dem reichhaltigen Angebot an Gassenhauern Marke Anajo.
PPPS: Danke an Björn Friedrich, der mich auf das auf VIMEO einsehbare Video aufmerksam gemacht hat. Thumbs up!



Anajo: Vorhang auf! (2004) from Markus Wustmann /98-05 on Vimeo.